Vergabekompass

Lösung · Ausschreibung auswerten

Ausschreibung auswerten: lohnt sich das Verfahren?

Eine Ausschreibung auswerten heißt: vor der Kalkulation klären, ob das Verfahren zu Ihnen passt. Erfüllen Sie die Eignungskriterien, wie wird gewertet, welche Nachweise und Formblätter sind Pflicht, und reicht die Frist? Wer Gewichtung und Ausschlussrisiken früh liest, erkennt in Minuten statt in Tagen, wo der Zuschlag entschieden wird.

Vergabekompass Redaktion · Aktualisiert am

Schritt 1: Eignung vor Preis prüfen

Die Eignungskriterien entscheiden, ob Ihr Angebot überhaupt gewertet wird: Umsatzschwellen, Referenzen aus den letzten drei Jahren, Fachkunde, Berufshaftpflicht, teils Präqualifikation. Diese Prüfung ist binär — erfüllt oder nicht. Sie gehört an den Anfang, weil ein einziger fehlender Nachweis das gesamte Angebot ausschließt.

Schritt 2: Zuschlagskriterien und Gewichtung lesen

Zuschlagskriterien bestimmen, wie unter den geeigneten Bietern entschieden wird. Üblich sind Kombinationen aus Preis und Qualität, häufig 70/30, 60/40 oder 50/50. Entscheidend sind drei Angaben in den Unterlagen:

  • Kriterienliste mit Gewichtungsanteil je Kriterium.
  • Bewertungsmethode für den Preis — lineare Interpolation, Referenzwertmethode oder einfache Punktvergabe. Die Methode entscheidet, wie stark ein Preisabstand tatsächlich wirkt.
  • Bewertungsschema für Qualitätskriterien — welche Punktzahl wofür vergeben wird und welche Nachweise dafür verlangt sind.

Schritt 3: Die Bewertungsmatrix nachrechnen

Eine Bewertungsmatrix verrechnet Punkte je Kriterium mit dessen Gewicht zu einer Gesamtpunktzahl. Beispielstruktur einer 70/30-Wertung:

KriteriumGewichtPunkte (0–10)Gewichtete Punkte
Preis70 %85,6
Qualität des Konzepts20 %91,8
Reaktionszeit / Verfügbarkeit10 %60,6
Gesamt100 %8,0

Der Nutzen dieser Rechnung: Sie sehen, wie viel Preisnachlass ein Qualitätspunkt wert ist. Bei 70 % Preisgewicht ist eine aufwendige Konzeptschrift selten der Hebel; bei 40 % Preisgewicht schon.

Preise vergleichen? Das ist eine andere Frage

Wie Ihr Preis im Markt steht, verrät die Auswertung der laufenden Ausschreibung nicht. Dafür braucht es historische Daten: vergebene Aufträge, Auftragnehmer und Auftragswerte aus offiziellen Vergabebekanntmachungen. Diese Recherche behandeln wir getrennt unter Submissionsergebnisse und Zuschläge — dort zeigt das Winners-Addon, wer welche Verfahren zu welchem Auftragswert gewonnen hat, gefiltert nach Vergabestelle, Region und CPV.

Schritt 4: Fristen, Form und Ausschlussrisiken

  • Angebotsfrist und Submissionstermin — maßgeblich ist der Eingang auf der Plattform, nicht der Absendezeitpunkt.
  • Bieterfragen — eigene Frist, meist deutlich vor Angebotsabgabe. Unklarheiten in der Matrix hier klären.
  • Formzwänge — geforderte Formblätter, keine eigenen AGB, geforderte Dateiformate, Unterschriften.
  • Nebenangebote — nur zulässig, wenn ausdrücklich erlaubt und mit angegebenen Mindestanforderungen.

Auswertung mit Vergabekompass

Die Unterlagen werden auf Ihre Anfrage abgerufen — etwa beim Ausschreibungs-Check, bei der Konzeption oder wenn Sie ein Verfahren als Fall anlegen — und dann ausgewertet: Zuschlagskriterien mit Gewichtung, Eignungsanforderungen, Fristen und Formvorgaben werden als Kernfelder aufbereitet, jeweils mit Fundstelle im Dokument, damit die Angabe überprüfbar bleibt. Der Ausschreibungs-Check bewertet zusätzlich, wie gut Ihr hinterlegtes Firmenprofil auf die Anforderungen passt und welche Nachweise fehlen. Alle KI-Ausgaben sind als solche gekennzeichnet und ersetzen keine eigene Prüfung der Originalunterlagen.

Passende Einstiege: Vergabeunterlagen analysieren, Suchagent für Ausschreibungen und der Leitfaden: Vergabekompass richtig nutzen.

FAQ

Was ist eine Bewertungsmatrix bei einer Ausschreibung?
Eine Bewertungsmatrix ist die tabellarische Wertungsregel des Auftraggebers: Sie listet alle Zuschlagskriterien mit Gewichtung und Punkteskala und legt fest, wie aus Einzelbewertungen die Gesamtpunktzahl entsteht.
Wie wird der Preis in der Wertung berücksichtigt?
Meist über eine Umrechnung in Punkte: bei der linearen Interpolation erhält das günstigste Angebot die Höchstpunktzahl, alle weiteren anteilig weniger. Die konkrete Formel steht in den Vergabeunterlagen.
Muss der Auftraggeber die Gewichtung vorher bekannt geben?
Ja. Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung müssen in der Bekanntmachung oder den Vergabeunterlagen transparent angegeben werden, damit Bieter ihr Angebot darauf ausrichten können.
Woran erkenne ich, dass sich ein Angebot nicht lohnt?
Typische Signale: nicht erfüllbare Eignungskriterien, Referenzanforderungen über der eigenen Projektgröße, sehr hohes Preisgewicht bei bekannt niedrigem Marktpreis oder eine Frist, die keine seriöse Kalkulation zulässt.
Wie vergleiche ich meinen Preis mit vergangenen Vergaben?
Über Zuschlagsbekanntmachungen vergangener Verfahren. Das Winners-Addon durchsucht Auftragnehmer, Auftragswerte und Vergabestellen aus offiziellen Bekanntmachungen — mehr dazu unter Submissionsergebnisse.
Was passiert bei einem Wertungsfehler des Auftraggebers?
Bieter können den Fehler rügen. Oberhalb der Schwellenwerte steht danach das Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer offen; unterhalb greifen die jeweiligen landesrechtlichen Rechtsschutzmöglichkeiten.
Wertet Vergabekompass die Unterlagen automatisch aus?
Ja. Kriterien, Gewichtungen, Fristen und Nachweispflichten werden aus den abgerufenen Unterlagen extrahiert und mit Fundstelle angezeigt. Die Ergebnisse sind KI-generiert und als solche gekennzeichnet.
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