Lösung · Agentic AI
Was wäre, wenn ein zusätzlicher Mitarbeiter jeden Morgen alle Vergabequellen durchgesehen, die Unterlagen gelesen und die passenden Verfahren fertig aufbereitet hätte? Genau das leisten KI-Agenten: Sie arbeiten eigenständig definierte Arbeitsschritte ab — von der Suche über die Analyse bis zum Angebotsentwurf. Entscheidend dabei: Jede Angabe bleibt mit Quellennachweis nachvollziehbar, und die Entscheidung liegt immer bei Ihnen.
Vergabekompass Redaktion · Aktualisiert am
Ein einfacher Chatbot antwortet auf Fragen. Ein KI-Agent führt dagegen eine Kette von Arbeitsschritten eigenständig aus: Er beobachtet Quellen, wertet neue Veröffentlichungen gegen Ihr Profil aus, ruft Vergabeunterlagen ab, extrahiert Fristen und Eignungskriterien und legt das Ergebnis strukturiert in Ihrem Fall ab — ohne dass Sie jeden Schritt einzeln anstoßen.
In Vergabekompass heißt das konkret:
Was ein Agent nicht ist: eine Blackbox, die Angebote eigenmächtig abgibt. Die Angebotsentscheidung, der Preis und die Abgabe bleiben ausdrücklich bei Ihnen.
Der größte Einwand gegen KI in der Angebotsvorbereitung ist berechtigt: Was, wenn die KI etwas erfindet? Drei Mechanismen sorgen dafür, dass Sie sich auf die Ergebnisse verlassen können:
Kernfelder werden zweistufig extrahiert: Was bereits in der strukturierten Bekanntmachung steht (Fristen, Vergabestelle, CPV-Codes), wird deterministisch übernommen — ohne KI, ohne Interpretationsspielraum. Erst was dort fehlt, kommt aus den Vergabeunterlagen, und jedes dieser Felder trägt eine Angabe, aus welcher Unterlage es stammt. Stehen Bekanntmachung und Unterlagen im Widerspruch, wird der Konflikt markiert statt glattgebügelt.
Jede KI-generierte Ausgabe — Zusammenfassungen, Analysen, Angebotsentwürfe — ist in der App und in den Messenger-Nachrichten sichtbar als KI-generiert gekennzeichnet. Sie wissen immer, was maschinell erstellt wurde und was aus Originaldaten stammt.
Der Agent bereitet vor, Sie entscheiden: Go/No-Go, Zuschlagskalkulation, finale Angebotsabgabe. Auch schreibende Aktionen über den KI-Assistenten (MCP) aus Claude oder ChatGPT heraus laufen über eine ausdrückliche Bestätigung — nichts passiert unbemerkt im Hintergrund.
So sieht ein typischer Tag aus, wenn die Routine delegiert ist:
Der Effekt entspricht einem zusätzlichen Mitarbeiter in der Angebotsvorbereitung — mit dem Unterschied, dass er nie Urlaub hat, keine Frist verschläft und jeden Satz seiner Arbeit belegen kann.
Die einzelnen Bausteine im Detail: Suchagent, Vergabeunterlagen analysieren, Angebot erstellen und die Vergabemanagement-Übersicht. Einen Überblick über die verantwortungsvolle Nutzung von KI bei Ausschreibungen finden Sie unter KI für öffentliche Ausschreibungen.
Agentic AI in der Ausschreibungsbearbeitung rechnet sich besonders für Betriebe, bei denen die Angebotsvorbereitung nebenher läuft: Inhaber-geführte Handwerksbetriebe, Ingenieur- und Architekturbüros ohne eigene Vergabeabteilung, IT-Dienstleister mit knappem Vertrieb. Überall dort, wo dieselbe Person abends noch die Unterlagen liest, die tagsüber auf der Baustelle oder im Projekt war, übernimmt der Agent den zeitfressenden Teil — und lässt Ihnen die Teile, die Erfahrung und Urteilsvermögen brauchen.
Praxisnahe Anleitung dazu: Leitfaden: Vergabekompass richtig nutzen.